Das Schlagzeug:
Zur heutigen Form des Schlagzeuges gehören Snare (alte dt. Bezeichnungen kleine Trommel oder Schnarrtrommel), Bass drum (alte Bezeichnung Basstrommel), Tom Tom, Hi-Hat, verschiedene Becken und Kleinpercussion wie z. B. Woodblock, Cowbell oder Schellenkranz. Diese Kombination kann vom jeweiligen Musiker individuell zusammengestellt und mit Hilfe von Stativen (sog. Hardware) angeordnet werden.
Maßgeblich für die Entstehung des Schlagzeugs sind die Patentierung des ersten Bass-drum-Pedals im Jahre 1887 durch J. R. Olney, die Herstellung des ersten Serienprodukts durch William F. Ludwig im Jahre 1899 und - auf soziokulturellem Gebiet - die „No-Drumming-Laws“ in den USA, welche es den Sklaven verboten, ihre traditionellen Handtrommeln zu spielen und somit dazu führten, dass die afrikanische, stark rhythmische Musikkultur mit europäischen bzw. orientalischen Schlaginstrumenten gepflegt wurde. Das erste komplette Schlagzeug kam 1918 durch die Ludwig Drum Corporation in den Handel.
Im Laufe der Geschichte etablierten sich verschiedene Standardaufbauten, die für ihr jeweiliges Musik-Genre als typisch betrachtet werden können. Daneben existiert heute ein elektronisches Pendant, welches man auch kurz E-Drum nennt, in unzähligen Konfigurationen. Im allgemeinen Sprachgebrauch sind die Eingangs-Begriffe synonym, akademisch jedoch ist das Schlagzeug, als Synonym für Schlagwerk, der Oberbegriff für sämtliche Schlag- bzw. Perkussions-Instrumente.
Schlaginstrumentarium
Die Wahl der Instrumente hängt vor allem vom musikalischen Kontext, aber auch von der Stilistik und den Vorstellungen des Schlagzeugers ab. Der Klang der Kessel hängt dabei hauptsächlich von den benutzten Materialien sowie den Fellen ab. Für die Optik werden die Kessel in den allermeisten Fällen lackiert oder foliert. Da bei einer Lackierung meist die Maserung des Holzes sichtbar ist, wird zumindest als Außenlage in diesen Fällen ein optisch schönes Stück Holz genommen. Das führt meist (neben der oft aufwändigeren Arbeit des Lackierens) dazu, dass die Kessel teurer sind. Dafür sind bei folierten Sets keine Grenzen bezüglich der Optik gesetzt. Falls die Folierung vernünftig gemacht wurde, ist kein Klangunterschied wahrnehmbar; bei schlechter Verarbeitung wird eventuell der Sustain negativ beeinflusst. Für verschiedenen Gebrauch benutzt man verschiedene Drumkombinationen. In der Regel ist jedoch fast immer eine Kombination aus folgenden Instrumenten anzutreffen:
Snare drum
14" Snare mit Holzkessel der Marke SonorDie Snare drum, kurz ‚Snare‘, bildet das Hauptinstrument und somit (mittig vor dem Spieler platziert) das Herzstück des Schlagzeugs. Sie kommt aus der europäischen Militärmusik und hat sich aus verschiedenen Formen von Marsch- und Rührtrommeln entwickelt.
Sie besitzt einen Kessel aus Holz oder Metall, der auf beiden Seiten mit ‚Fellen‘ bespannt ist; auf der Schlagfellseite meist mit einem leicht aufgerauten (das Spielen mit Jazzbesen auf einem aufgerauten Schlagfell erzeugt das allseits bekannte „Wischgeräusch“ in der Jazzmusik), meist weiß oder hellgrau beschichteten Fell, auf der Unterseite mit einem glatten, deutlich dünneren Resonanzfell. Ursprünglich wurden tatsächlich Tierhäute/Felle eingesetzt, heute kommen fast nur noch industriell gefertigte Produkte aus Kunststoffen mit Metallreifen zum Einsatz.
Ihren charakteristischen Klang erhält die Snare durch eine Reihe parallel gespannter gewendelter Drähte (Snare-Teppich), die entlang der Außenseite des Resonanzfelles, von einer Seite der Trommel zur anderen, gespannt sind. Der Snare-Teppich wird bei jedem Schlag in Schwingung versetzt und schlägt zurück auf das Resonanzfell, wodurch er den typischen Klang der Snaredrum verursacht und beim Wirbeln dichte, flächige Sounds entstehen lässt. Bei einem Einzeltonanschlag entsteht das Geräusch aus einer Kombination zweier Vorgänge: dem „Hit“ auf das Schlagfell und dem dadurch ausgelösten Rückschlag des Snareteppiches auf das Resonanzfell. Mit Hilfe einer speziellen Mechanik (der Snare-Abhebung) kann der Snare-Teppich auch abgeschaltet, d. h. vom Fell abgehoben, werden, wodurch der Snare-Effekt unterbleibt. Die Spannung des Snare-Teppichs lässt sich zudem unterschiedlich justieren, was eine Vielzahl unterschiedlicher Klangfarben ermöglicht.
Der Felldurchmesser beträgt in der Regel 14 Zoll, gängige Kesseltiefen sind fünf oder 6,5 Zoll. Mittlerweile haben sich auch Piccolo-Snares mit nur acht oder zehn Zoll Durchmesser oder relativ flachen Kesseln durchgesetzt, die häufig als zusätzliches Instrument (‚Side-Snare‘) eingesetzt werden; auch beim Hauptinstrument sind inzwischen häufiger ungewöhnlichere Abmessungen anzutreffen, z. B. 13 mal sieben Zoll oder 15 mal vier Zoll. Große Rührtrommeln, wie sie gelegentlich im Orchester Verwendung finden, bringen es auch auf Maße von 16 mal 16 Zoll.
Bass Drum
Die Bass drum ist ein weiteres Hauptinstrument im Drum set. Sie besteht aus einem großen, meist beidseitig bespannten Holzkessel, der in Seitenlage ruht und durch zwei (beim Transport einklappbare) Beine am vorderen (=dem Spieler abgewandten) Ende in seiner Position gehalten wird, die mit Dornen oder rutschfesten Gummifüßen versehen sind. Die Bassdrum wird mit Hilfe eines Pedals, der Bass-drum-Fußmaschine, bedient, das an der Schlagfellseite mit einer Klemmvorrichtung am Spannreifen der Trommel fixiert wird. Als Alternative zur Verwendung von zwei Bass drums kann ein Doppelpedal genutzt werden, das durch mechanische Übertragung das Spielen mit beiden Füßen auf nur einer Bass drum ermöglicht.
Das Resonanzfell an der Frontseite ist häufig mit einem, manchmal auch mehreren Löchern versehen, um den Klang entsprechend zu beeinflussen und die Mikrofonabnahme zu erleichtern, gelegentlich fehlt es auch ganz. Darüber hinaus werden häufig Kissen oder andere dämpfende Materialien in die Bass drum gelegt, um einen gewünschten Sound zu erreichen.
In der Anfangszeit des Drum sets waren die Basstrommeln mit einem Durchmesser von 28“ oder auch 30“ sehr groß, ehe sich allmählich auch kleinere Größen durchsetzten. Lange Zeit war ein Kessel mit 14“ Tiefe und 22“ Durchmesser Standard, heutzutage werden 16“ oder 18“ tiefe Bass drums bevorzugt. Je nach Stilrichtung (und gewünschtem Transportaufwand) werden modernere Sets mit unterschiedlich großen Bass drums ausgestattet, von 16“ oder 18“ bis hin zu 26“ Felldurchmesser.
Als Bass-drum-Rosette wird die Befestigungsschelle bezeichnet, die zur Montage von Becken und Toms auf der Bass drum benötigt wird. Die Bass-drum-Rosette wird meist mit zwei oder drei Aufnahmelöchern angeboten und ist in der Regel im Lieferumfang der Bass drum enthalten. Bei hochwertigen Sets ist die Bass drum oft ungebohrt, also ohne Rosette. Das soll es der Bass drum erlauben, freier zu schwingen; dadurch kann die Klangentfaltung besser sein.
Toms
14" Standtom der Marke SonorToms sind (normalerweise) beidseitig mit Fellen bespannte Trommeln mit einem Durchmesser von etwa 6“ bis 18“. Je nach Art der Aufhängung bzw. der Aufstellung wird gelegentlich in Rack toms (dt. „Hänge-Toms“), die eines Stativs oder einer Halterung über der Bass drum bedürfen, und Floor toms (dt. „Stand-Toms“), die auf eigenen, am Kessel montierten ausziehbaren Beinen stehen, unterschieden. Die Kesseltiefen sind sehr variabel, Floortoms sind häufig tiefer (Durchmesser entspricht Kesseltiefe) als freihängende Toms gleichen Durchmessers.
Concert-Toms, die kein Resonanzfell besitzen, klingen etwas tonaler (vielleicht vergleichbar mit Timbales) und waren vor allem in den 70ern recht weit verbreitet. Außerhalb des klassischen Schlagwerks werden sie jedoch kaum noch eingesetzt (berühmte Ausnahme: Phil Collins).
In der Popmusik der 1980er Jahre waren sogenannte Roto-Toms modern. Diese Sonderform verzichtet auf Kessel, die Felle sind auf flache Metallrahmen gespannt. Mittels einer Schraubkonstruktion können die Toms auch während des Spielens durch Drehung des gesamten Toms am Spannring gestimmt werden, wodurch besondere Klangeffekte möglich werden.
Je nach Format, Art des Fells und Stimmung können Toms sehr unterschiedlich klingen. Es befinden sich meist zwei Toms (10“ bis 13“) über der Bassdrum und ein größeres (14“ bis 16“) seitlich vom Spieler platziert. Die meisten Standard-Sets werden mit drei Toms ausgeliefert. Heutzutage benutzt man aber standardmäßig keine Stand-Toms mehr. Der Trend geht in Richtung "Fusion-Kits". Das bedeutet die Toms sind folgendermaßen verteilt: 10", 12", 14". Gute aktuelle Startersets haben daher in der Regel drei aufgehängte gebohrte Toms. Andere klassische Größen sind Rock-Kits, mit Hänge-Toms in 12" und 13" sowie einer 16" Stand-Tom. Eine weitere Variante ist das Britische Rock-Kit mit 10" und 12" als Hänge-Toms und 16" als Stand-Tom.
Die Anzahl der Toms in einem Drum set ist stark abhängig von der jeweiligen Charakteristik einer Musikrichtung. Während im Bereich der Popularmusik oft zwischen zwei und drei Toms verwendet werden, kommen z. B. Heavy Metal Musiker selten mit weniger als fünf aus. In der Jazzmusik ist es ähnlich wie in der Popularmusik.
Zur besseren Klangentfaltung sind heutzutage die meisten Toms mit einem Freischwingsystem ausgerüstet. Dadurch wird das Ausschwingen der Toms weniger behindert, und der Klang kann sich natürlicher und länger entfalten. Bekannte Systeme sind z. B. RIMS oder YESS; fast jeder größere Schlagzeughersteller hat dabei eigene Varianten.
Hi-Hat
Pearl H2000 Eliminator Hi-Hat-Maschine mit Paiste 2002 Sound Edge Hi-HatsDie/das Hi-Hat besteht aus einem aufeinander abgestimmten Beckenpaar unterschiedlicher Tonlage, das auf einer Hi-Hat Maschine montiert wird und über eine Pedalmechanik mit dem Fuß gespielt werden kann. In den allermeisten Fällen ist das obenliegende Becken dabei leichter als das untenliegende. Je nachdem, wie lang bzw. kurz der Kontakt der beiden Becken ist, entstehen unterschiedliche Klänge. Hält der Schlagzeuger das Pedal getreten, bleiben die beiden Becken geschlossen und erzeugen mit dem Stick gespielt sehr kurze, trockene Akzente. Durch Kombinieren von verschiedenen Schlagtechniken und unterschiedlich stark geöffneten Becken (Openings) lassen sich viele verschiedene Effekte erzielen. Auf der Hi-Hat wird meist ein durchgehender Puls, oder feste rhythmische Figuren („pattern“) gespielt.
Die meisten Hi-Hats haben einen Durchmesser von 12 bis 15 Zoll, einige Effekt-Hi-Hats (z. B. mit Löchern oder Wellen in den Becken) oder X-Hats (Zusätzlich am Schlagzeug montiertes Hi-Hatpaar) sind auch kleiner. Es gibt Hi-Hat Becken, bei denen das untere Becken am Außenrand eine wellige Struktur haben. Diese heißen, je nach Hersteller "Sound-Wave", "Sound-Edge" oder "Mastersound"-Hi-Hats. Dies erlaubt, wie auch Löcher im unteren Becken, dass Luft schneller entweichen kann.
Becken Im Prinzip lassen sich fünf Beckentypen unterscheiden, wobei der erste Typ, die Hi-Hat, bereits oben beschrieben wurde. Entsprechend ihrer Klang-Charakteristik erfüllen diese unterschiedliche Funktionen im Drum set:
Ride-Becken Das Ride-Becken (ride cymbal) hat meist einen Durchmesser von 16“-24“ und kann vom Material her sehr unterschiedlich stark sein. Je nach Bearbeitung verfügen sie über einen relativ definierten Anschlag („Ping“), der von einem Grundrauschen („Wash“) unterlegt ist. Einige Becken klingen relativ trocken, andere (dünnere) erzeugen mehr „weißes Rauschen“ und erzeugen einen eher undefinierten Klangteppich. Spielt man die Kuppe („Glocke“) an, so ertönt ein heller, durchdringender, klarer glockenartiger Ton, spielt man dagegen am Rand, wird der Obertonanteil entsprechend größer, und das Becken „schaukelt sich auf“. Entsprechend ihrer Anwendungen gibt es einige Sonderformen, wie z. B. Sizzle-Rides, die mit einigen Nieten ausgestattet sind, um ein fließendes, ausgeprägtes Grundrauschen zu erzeugen oder das Flat-Ride, das über keine Kuppe verfügt, und somit "trockener" klingt, also weniger Obertöne hat.
Auf dem Ride-Becken werden meist ein durchgehender Puls, oder feste rhythmische Figuren („pattern“) gespielt, also als klangliche Alternative zu den Hi-Hats.
Crash-Becken
14 Zoll Crashbecken (Bronze) der Marke Zildjian mit sichtbarer PatinaCrash-Becken (crash cymbal) sind im Vergleich zu Ride-Becken in der Regel dünner und kleiner (etwa 13 bis 20 Zoll Durchmesser) und von ihrer Bearbeitung her auf einen deutlich höheren Anteil von „weißem Rauschen“ ausgelegt. Ihr Klang ist eher geräuschartig und wird auch entsprechend angewendet, das heißt für Akzente oder (zum Beispiel mit Filzschlegeln) für anschwellende Crescendo-Effekte. Abhängig von Größe und Bearbeitung klingen verschiedene Crash-Becken unterschiedlich lange nach. Größere/schwerere Crash-Becken eignen sich teilweise auch für Ride-Figuren.
China-Becken
Das China-Becken (china cymbal, Chinesisches Becken) stellt insofern eine Ausnahme dar, da es sich - bedingt durch einen anderen kulturellen Hintergrund - in der Formgebung deutlich von den anderen Beckentypen unterscheidet. Es hat ebenfalls eine exponierte Kuppe, allerdings ist sie im Gegensatz zu den anderen beschriebenen Beckentypen häufig nicht rund, sondern eher zylindrisch. Augenfälligstes Merkmal ist jedoch der hochgebogene Rand, der das Becken im Querschnitt wie eine Art lang gezogene Gugelhupfform aussehen lässt. Der Durchmesser liegt etwa bei 14“-24“. Das Klangbild ist mit dem eines Crash-Beckens vergleichbar, allerdings eher „schmutziger“ oder „roher“ und weniger definiert, meist auch kürzer. Sie werden häufig für kurze, explosive Akzente oder Staccato-Figuren eingesetzt. Größere, oft mit Sizzles versehene Chinas haben auch im Jazz/Big Band Eingang als Ride-Becken gefunden. Um den Beckenrand zu schützen, werden diese meist verkehrt herum oder senkrecht aufgehängt, damit man den umgebogenen Rand flächig treffen kann.
Splash- und Effekt-Becken
16 Zoll Crashbecken (Bronze) der Marke Paiste
Sabian 10 Zoll Splashbecken aus der AA-Serie
Ein Schlagzeughocker der Marke Tama
Fußmaschine "DW 5000" der Marke DWSplash-Becken (splash cymbal) sind in Art und Funktion vergleichbar mit Crash-Becken, allerdings sind sie im Durchmesser deutlich kleiner (etwa 6“-12“), weshalb sie auch eine andere Klang-Charakteristik aufweisen: Splash-Becken sprechen rasch an, klingen hell, spritzig und klingen kaum nach. Sie werden für kurze, helle Akzente verwendet (häufig sind sie z. B. im Dixieland zu hören, oft von Hand abgestoppt, was das typische „Pscht“ erzeugt.) Besonders Stewart Copeland und Manu Katché etablierten den Einsatz von Splash-Becken.
Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe verschiedenster Effekt-Becken mit verschiedenen speziellen Features wie Löchern, Sizzles, Schellen, etc., um das Klangspektrum des Drumsets zu erweitern. Die Kreativität (und Marketingaktivität) diverser Beckenhersteller ist schier unerschöpflich, ebenso wenig wie die Liste an Namen, unter denen besagte Produkte auf dem Markt sind. Somit wird die Palette an „Cups“, „Bells“, „Stacks“, „Mini-Chinas“, „Jingle-Hats“ oder ähnlichen Instrumenten immer größer, wobei nicht alle von diesen eindeutig einer der oben genannten Gruppen zuzuordnen sind. Cups oder Bells sind Becken, die einen Klang ähnlich der Glocke eines Ride-Becken erzeugen. Stacks sind mehrere Becken, die direkt übereinander gelegt werden. Dabei ist meistens ein Becken deutlich kleiner als das andere (z. B. 12" und 16") oder es wird ein Becken in ein China gelegt. Sie erzeugen meist sehr dreckige und sehr kurze Klänge, die vorwiegend im Drum'n'Bass und vergleichbaren elektronischen Stilrichtungen eingesetzt werden.
Hardware
Unter Hardware werden sämtliche nötigen Bedienelemente wie Hi-Hat- und Fußmaschine, Beckenständer, Stative, diverse Halterungen etc. zusammengefasst. Auch mit dem Kessel fest verbundene Teile wie Spannböckchen, Snare-Abhebung, Tomhalterungen oder Bassdrum-Füße fallen unter diesen Begriff.
Materialien
Felle
Die Felle wurden früher aus Naturfell hergestellt; heutzutage bestehen sie gewöhnlich aus ein- oder zweilagiger Kunststofffolie. Sie werden auf den Trommelkessel mittels Spannreifen (Hoops) aufgespannt, die vorwiegend aus Metall, manchmal aber auch aus Holz sind. Dies geschieht mit je vier bis zwölf Spannschrauben, abhängig vom Kesseldurchmesser. Auf diese Weise lassen sich die Felle sowohl in dem zum Musikstil passenden Straffheitsgrad als auch tonal stimmen. Das obere, bespielte Fell heißt Schlagfell (Batter o. Beater), das untere Resonanzfell (Reso-Hat o.ä.). Man unterscheidet bei Fellen hauptsächlich zwischen „coated“ und „clear“. Clear bedeutet, dass sie durchsichtig sind. Coated sind Felle, die eine weiße, meist aufgerauhte Schutzschicht besitzen. Diese bewirkt einen etwas wärmeren Klang und erlaubt es, mit Schlagzeug-Besen beim Wischen ein Rauschen zu erzeugen. Während sie früher oft nur bei der Snare verwendet wurden (und dort meist nur solche verwendet werden), findet man sie heute oft auch auf den Toms. Außerdem gibt es Felle mit der Bezeichnung „Dry Snare“. Diese Snarefelle haben sehr kleine Löcher, die den Klang beeinflussen und die Snare trockener klingen lassen.
Kessel Die Kessel der Bassdrum und der Toms sind meistens aus Holz. Das populärste Holz ist Ahorn (Maple), das einen warmen, ausgewogenen Klang mit relativ starken Tiefen bietet. Birke ist „in natürlicher Weise equalized“ (neben den Tiefen sind auch die Höhen hervorgehoben) und daher im Tonstudio sehr beliebt. Mahagoni bietet sehr kräftige Tiefen und reduzierte Höhen. Als weitere Hölzer verwendet man Buche, Pappel, Linde, Weiß-Eiche und etliche andere, auch nicht-einheimische Hölzer, passend für verschiedene klangliche Einsatzzwecke und Qualitätsansprüche. Auch Holzgemische kommen vor. Plexiglas-Kessel, knallig im Klang, extravagant in der Optik, blieben eher ein Nischenphänomen, sind aber eng verbunden mit dem Namen John Bonham (einstiger Drummer von Led Zeppelin). Am Anfang, als man Acryl-Kessel noch nicht gießen konnte, sondern nur gebogene, verklebte Acryl-Platten mit Hilfe des Spannreifens zusammengehalten wurden, kam es oft vor, dass nach einiger Zeit die Kessel einfach wieder aufsprangen. Auch der Klang solcher Kessel war nicht sehr schlagzeughaft. Heutzutage allerdings kann man Kessel komplett gießen, was den Sound deutlich verbessert und dieses Material zu einer interessanten Alternative macht. Auch die Stabilität hat sich deutlich verbessert. Die Kleine Trommel (Snaredrum, Snare) besteht oft aus Metall, zum Beispiel Stahl, Messing, Kupfer, Aluminium, Bronze, oder wiederum aus Holz. Metallkessel sind oft schwerer und klingen sind im Vergleich lauter als Holzkessel. Auch haben Metallkessel viele Obertöne, die von vielen Drummern nicht gemocht werden. Inzwischen bieten manche Custom-Hersteller auch exotische Snares an, zum Beispiel mit größeren Löchern im Kessel ("vents"), die für einen lauteren und knalligeren Klang sorgen; Mischkessel aus Holz und Metall gibt es manchmal, die die klanglichen Vorteile beider Materialien zu verbinden versuchen.
Aber gerade hier reicht die Kreativität der Trommelbaumeister weit; so gibt es Snaredrums aus Materialien wie Hanf-Hartfaser. Bei besonders "billigen" Schlagzeugen findet man ab und zu auch Pappkessel, die verklebt und gepresst sind. Der Klang ist zwar nicht der beste, aber er ist sogar besser als man erwartet (natürlich unter der Voraussetzung, der Kessel wurde sorgfältig hergestellt). Je weniger Klang ein Kessel schluckt (Klangverlust), desto besser und vor allem resonanter ist der Trommelklang. Daran lässt sich gute Qualität der Trommelkessel und Drumsets erkennen, weil der Klang fast nur von den Fellen erzeugt wird und eben irrigerweise nicht durch den Trommelkessel. Damit der Klang möglichst ohne Verluste auf die Kessel übertragen wird, ist die Qualität und Form der Gratung ausschlaggebend, das ist die Kante des Kessels, auf der das Fell aufliegt. Während früher meist flache oder runde Gratungen vorherrschten, haben heute die Kessel meist eine möglichst dünne und spitze Kante, die mit 45° nach innen abfällt. Bei Bass Drums hat sich dagegen eine 30° Gratung als Standard etabliert, da sie meist etwas dumpfer und weniger resonant klingen soll.
Bei höherwertigen Sets sind die Kessel oft lackiert; dafür sollte die äußerste Holzschicht eine schöne Maserung aufweisen. Bei billigen Sets werden dagegen oft farbig bedruckte Folien verwendet, die auf den Kessel aufgeklebt sind. Aber auch hochwertige Sets können foliert sein, um ein entsprechendes Aussehen zu erziehlen (z.B. Glitzer- oder Perloid-Folie). Auch komplizierte Grafiken können so dargestellt werden. Die Verwendung solcher Folien kann die Soundqualität beeinträchtigen, wenn die Folien sehr schlecht verklebt werden und so den Kessel am schwingen hindern.
Becken oder Cymbals Becken oder Cymbals bestehen in der Regel aus Legierungen wie Messing oder verschiedenen Bronzen wie Kupfer-Nickel-Bronze und Zinn-Bronze, wobei letztere als das bessere Material für Becken gilt. Der Zinn-Gehalt variiert von 8 % bis hin zur Glocken-Bronze mit 20 %. Oft findet man auch in Werbungen, dass Silber in den Becken enthalten ist, was auch stimmt, denn Spuren von Silber befinden sich immer im Becken; häufig wird dieser Materialanteil aber aus Marketinggründen besonders herausgestellt.
Sticks Die Sticks werden aus Holz (meistens Hickory), weniger aus Kunststoff oder Kohlefaser (Carbon-Sticks) und selten aus Metall gefertigt. Rods bestehen aus mehreren dünnen Holz- oder Plastikstöckchen, die zu einem Bündel zusammengebunden sind. Schlagzeug-Besen sind meist aus Kunststoff oder Metall. Es werden auch (Pauken-)Schlegel eingesetzt, die zumeist aus Holz oder Kunststoff für den Griff und Filz oder Fell für den Kopf bestehen. Sonstige Schlegelarten bestehen zumeist aus Holz.
Hardware Hardware für Drums besteht aus Metallrohren, die meist verchromt sind. Hardware ist notwendig, um einzelne Komponenten eines Drum sets zu halten oder zusammenzufügen. Meist werden Tom Toms oder Becken an den Ständern befestigt. Zur Hardware zählen aber auch die Pedale, die für das Bedienen von Hi-Hat und Bass drum notwendig sind. Hochwertige Hardware zeichnet sich in der Regel durch ihre größere Dicke und Robustheit aus.


